
Heute wollen wir die Harley-Tour über die Insel machen. Als wir beim Frühstück sitzen, zieht rabenschwarze Bewölkung auf. Der Wetterbericht hat für heute "vereinzelt Regen" gemeldet. Ist das Murphys Law oder was? Wir sind drauf und dran, die geplante Motorradtour um einen Tag zu verschieben. Fahren im Regen macht ja schon zu Hause keine rechte Freude.
Gegen 11 Uhr bläst ein kräftiger Wind die dunklen Wolken fort. Plötzlich scheint die Sonne an einem leicht bewölkten blauen Himmel. Jetzt oder nie! Wir fahren sofort zum Harley-Händler.
Zunächst erledigen wir alle Formalitäten. Führerschein vorzeigen und Formulare ausfüllen, dass wir im Zweifelsfall für alle Schäden aufkommen usw. Dann werden die Motorräder hervor geholt. Georg hat sich die Road King mit dem breiten Lenker ausgesucht. Ich habe mich für eine Heritage Softail entschieden. Es folgt eine kurze Einweisung an den Eisenhaufen. Wie beim Auto ist auch beim Motorrad das Wichtigste - die Hupe!
Auf die Frage nach den Helmen ernten wir ein Lächeln. Auf Bonaire besteht keine Helmpflicht, aber für Touristen werden natürlich welche bereit gehalten. Für die Ladies gibt es ein Brain Cap, das weder optisch der Brüller noch sicherheitstechnisch relevant ist. Für die Guys gibt es einen olivgrünen "Pisspott", der bei mir einen Lachanfall auslöst, als Georg ihn aufsetzt.


Für gewöhnlich fahren die Biker auf der Insel in kurzen Hosen und T-Shirt, Flip-Flops an den Füßen und Sonnenbrille. Wir beruhigen unser schlechtes Gewissen, dass wir unsere eisernen Vorsätze brechen, indem wir lange Jeans und feste Schuhe tragen.
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